Kopfbereich

Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation Direkt zum Kontakt

Segelfliegen im
Aero-Club Langenselbold

Inhalt

Verein Drucken
Geschrieben von: Bernd Küster und Inga Willenbrink   

60 Jahre Segelflug Langenselbold

Damals hat es sie gegeben und es gibt sie immer noch:

Kinder, die mit großen Augen Segelflugzeuge bestaunen. Manchmal sind diese Kinder schon dreißig oder mehr Jahre alt. Enthusiasten jeden Alters werden heute wie vor 60 Jahren von der Segelfliegerei in den Bann gezogen. Historischer Segler Doppelraab

Es gibt einfach nichts Schöneres, als lautlos schwebend dort oben durch die Lüfte zu gleiten. Wen einmal dieser Virus gepackt hat, der kommt davon nicht mehr los. Ob in den Bergen oder im Flachland, für uns Segelflieger bedeutet Fliegen = Freiheit, und Freiheit ist wohl eines unserer höchsten Güter. Du lernst mit den Himmelsrichtungen zu leben, du begreifst den Zusammenhang - Wind und Wolken!

Du bist bei jedem Flug dreimal glücklich: Wenn du startest, wenn du fliegst und wenn du wieder gelandet bist. Kein einziger Flug ist langweilig, jeder Flug fordert dich heraus und jeder Flug bringt etwas Neues. Du kannst die gleiche Strecke zwanzig Jahre lang fliegen: Jedesmal bietet sie sich dir anders dar, die Beleuchtung, die Stimmung, deine Empfindungen - immer neu!

Leistungsdoppelsitzer Janus C vor dem StartDer Weg dorthin führt je nach Zeit und Geldbeutel entweder über teure kommerzielle Flugschulen oder über uns, den Verein. Natürlich mit all seinen Pflichten, aber dafür bieten wir jedem Flugschüler eine preiswerte Ausbildung, wie er sie sonst nirgends erhält. Auch die theoretische, sowie die notwendige Flugfunkausbildung, werden hier vor Ort vorgenommen, und das ehrenamtlich, alles von überwiegend jungen Fluglehrern in ihrer Freizeit.

Segelfliegen ist Faszination pur.

 

Chronik

Der Aero-Club Langenselbold wurde am 27.7.1950 als "Deutscher Aero-Club Kreisverband Hanau-Land" durch ein Dutzend Luftsportbegeisterter gegründet.

Vorstandschaft: Wilhelm Schneider, Bernhard Werner, Hermann Philippi und Gustav Iser

1950 45 enthusiastische Mitglieder warten darauf, trotz Verbot der Alliierten, Flugzeuge bauen und fliegen zu dürfen.
1950/1951 Start mit Modellflugzeugen auf den Kinzigwiesen, am heutigen Kinzigsee.
1951 Freigabe des Luftsports durch die Behörden.
1951 Kauf eines neuen doppelsitzigen Segelflugzeuges "Doppelraab" zur Schulung.
1952 Erstflug im Rahmen eines Flugtages auf dem kleinen Frankfurter Flughafen !
In den ersten Jahren mangelt es an Geld, an Flugzeugen und -ganz elementar- an einem geeigneten Startgelände.
1952/1953 Abwechselnd Flugbetrieb in Großostheim und Babenhausen.
1953/1954 Geländeerwerb zwischen Rückingen und Niederrodenbach; die mit Bombentrichtern übersähte "Mühlwiese".
Mit viel Fleiß und Schweiß wurde der zukünftige Flugplatz erschlossen.
3.4.1954 Der erste Start auf dem eigenen Flugplatz.
1955 Herber Tiefschlag ! Schließung des Flugplatzes, wegen Verlegung von Hochspannungsleitungen.
1955 Vorläufige Genehmigung für das heutige Gelände unter Vorbehalt der Zustimmung von 90 ! Besitzern der Kinzigwiesen. Das Kunststück gelingt mit viel Geduld und Engelszungen.
Wilhelm Schneider baut einen Achtzylinder Buick zur Schleppwinde um. Eine kleine Holzbaracke dient als provisorisches Vereinsheim.
Herbst 1955 Erlaubter Erstflug auf dem neuen Flugplatz nach der Heuernte.
1956 Austausch des Doppelraab gegen einen einsitzigen A-Spatz.
1957 Walter Köller wird zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Das Amt hat er mit starker Hand bis 1989 inne.
1958 Baubeginn einer Flugzeughalle in Holzbauweise. Bis zur Einweihung werden die Flugzeuge abgebaut und im Vereinsheim, dem alten Brauhaus (Braugasse) in Langenselbold, untergestellt.
1959 Austausch des A-Spatz gegen ein doppelsitziges Schulflugzeug Rhönlerche Ka 4.
1960 41 Mitglieder stemmen den ersten Großflugtag und Einweihung der Flugzeughalle.
1962 Verkauf der Rhönlerche und Kauf eines damaligen einsitzigen Hochleistungsflugzeuges, die Ka 6. Der Streckensegelflug wird nun forciert. Herbert Greb wird Deutscher Vizemeister im Motorkunstflug.
1963 Herbert Greb wird Deutscher Meister im Motorkunstflug.
1964 Baubeginn des noch heutigen Vereinsheims und Kauf eines doppelsitzigen Schulflugzeuges Ka 7.
1965 Richtfest des Vereinsheims und Kauf eines einsitzigen Schulflugzeuges Ka 8b. Herbert Greb wird das zweite Mal Deutscher Meister im Motorkunstflug.
1966 Herbert Greb wird das dritte Mal Deutscher Meister im Motorkunstflug.
1967 Erschließung mit Strom, Wasser und Gas. Herbert Greb wird zum vierten und letzten Mal Deutscher Meister im Motorkunstflug.
1968 Elke Loos fliegt mit der Ka 6 von Langenselbold bis nach Paris und dieser 525 km- Rekordflug macht sie zur Deutschen Meisterin im freien Streckenflug.
1969 Kauf eines neuen Hochleistungsflugzeuges die Ka 6E. Sie fliegt noch heute im Club.
1970 56 Mitglieder.
1975 Bau der "kleinen" Flugzeughalle. Kauf eines neuen doppelsitzigen Schulflugzeuges L-13 Blanik und das erste Motorschleppflugzeug Piper Pa 18 mit 90 PS.
1976 Beginn der GfK-Bauweise im Club. Kauf eines neuen einsitzigen Hochleistungsflugzeuges ASW 15b und Verkauf der Ka 6. Kauf einer zusätzlichen Motormaschine Champion 7 GCB.
1977 Kauf eines neuen Schulungseinsitzers Astir CS. Er fliegt noch heute im Club.
1978 Kauf eines doppelsitzigen Leistungsflugzeuges Twin-Astir und einer Motorschleppmaschine Bellanca Citabria. Verkauf der Piper Pa 18 und die Champion 7 GCB verunglückt unreparabel.
1979 Kauf eines einsitzigen Hochleistungsflugzeuges LS 3a. Verkauf der Ka 7 und Ka 8b.
5.5.1979 Ein schwarzer Tag für den Verein. Die Flugzeughalle brennt durch bis heute nicht geklärte Brandstiftung vollständig ab. In Privatbesitz werden sieben Segelflugzeuge, ein Motorsegler und zwei Motorflugzeuge ein Opfer der Flammen. Dazu noch Fahrzeuge, Material und Werkzeuge.
1980 79 Mitglieder. Neubau einer Halle in Metallbauweise mit markantem Tower. Kauf einer neuen Schleppmaschine Piper Pa 18 Super Cup. Die Bellanca wird verkauft.
1984 Letzter Großflugtag mit zuletzt 10000 Besuchern; die finanziellen Risiken werden immer größer.
1985 Baubeginn einer Doppeltrommel-Schleppwinde mit 380 PS. Stefan Schreyer belegt auf zahlreichen Wettbewerben vordere Plätze und wird Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft.
1986 Kauf einer Schleppmaschine Jodel Musquetaire; die Piper nimmt unfreiwillig ein Bad in der Kinzig.
1988 Kauf eines neuen einsitzigen Leistungsflugzeuges LS 4. Inbetriebnahme der neuen Schleppwinde.
1989 Bernd Küster wird zum ersten Vorsitzenden gewählt. Walter Köller wird Ehrenpräsident.
1990 92 Mitglieder. Das Computerzeitalter beginnt und GPS-Navigations- sowie Loggergeräte werden eingeführt.
1991 Fluglager in Hütten-Hotzenwald im tiefsten Schwarzwald.
1992 Kauf eines neuen einsitzigen Hochleistungsflugzeuges ASW 24. Fluglager in Saulgau in Oberschwaben.
1993 Fluglager in Vielbrunn im Odenwald.
1994 Kauf einer Schleppmaschine Christen Husky, die Jodel wird verkauft. Der Tower erhält zur Erfassung der Flugbewegungen einen PC. Das Papierzeitalter geht zu Ende. Ein "Tag der offenen Tür" wird veranstaltet. Fluglager in Schwandorf in der Oberpfalz.
1995 Seit langer Zeit findet ein Fluglager im Ausland statt, in Gyöngyös/Ungarn.
1996 Verkauf des Einsitzers ASW 15b. Fluglager in Langenselbold.
1997 Kauf eines neuen doppelsitzigen Schulflugzeuges ASK 21. Taufe der ASK 21 auf den Namen "Albatros". Der gute alte Blanik wird nach Kanada verkauft. Internetanschluß für Flugvorbereitung, Wetterinformationen und Online-Streckenflugmeldungen. Jugendabteilung erhält offiziell Jugendordnung und Jugendkasse. Fluglager in Langenselbold.
1998 Grundstückerwerb. Fluglager in Bronkow im Oberspreewald/Brandenburg.
1999 Kauf eines doppelsitzigen Hochleistungsflugzeuges Janus C und Verkauf des Twin-Astirs nach Frankreich. Fluglager in Blaubeuren am Blautopf/Schwäbische Alb.
2000 186 Mitglieder. Klaus Hufnagel wird zum ersten Vorsitzenden gewählt. 50-Jahre-Aero Club wird mit Flugplatzfest "Fly and Fun 2000" gefeiert. Fluglager in Leibertingen an der oberen Donau.
2001 Renovierung und Modernisierung des Vereinsheims. Aero Club wird Vereinsmeister im dezentralen Wettbewerb OLC (Online Contest). Verein stellt Platz für eine Großmodellflug-Veranstaltung "AERO-Meeting" zur Verfügung. Fluglager in Langenselbold.
Fritz Schreyer, ein Mann der ersten Stunde, ehemaliges Vorstandsmitglied und Fluglehrer der meisten Mitglieder, verstirbt mit 65 Jahren.
2002 Fluglager in Langenselbold. Kleine Luftsportveranstaltung "Internationales Rhein-Main-Elektroflugmeeting".
Gründungs- und Ehrenmitglied Wilhelm Schneider verstirbt mit 86 Jahren.
2003 Konzept der kleinen Luftsportveranstaltungen findet mit einem 2. Elektroflugmeeting seine Fortsetzung. Fluglager in Langenselbold.
2004 Heinrich Stichel wird zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Schleppwinde wird grundüberholt und erhält ein neues Chassis. Ein kleines Flugplatzfest "Airlebnistage" wird präsentiert. Fluglager in Weipertshofen bei Schwäbisch Hall.
2005 Kauf eines neuen einsitzigen Hochleistungsflugzeuges ASW 28. Verkauf des Einsitzers LS 3a. Fortsetzung des Flugplatzfestes "Airlebnistage". Fluglager in Langenselbold.
Hellmuth Iser, ehemaliges Vorstandsmitglied, verstirbt mit 81 Jahren.
2006 Großer Flugtag. Fluglager in Northeim im Harz.
2007 Grundstückerwerb. Einführung von FLARM, GPS-gestützte Zusammenstoßwarngeräte. Fluglager in Langenselbold. Aufstieg in die 1. Segelflugbundesliga im OLC. Beitritt in die HGON (Hess. Gesell. f. Ornithologie und Naturschutz)
Günther Hamann, langjähriger zweiter Vorsitzender, verstirbt mit 71 Jahren.
2008 Sieger in der 1. Segelflugbundesliga OLC (Deutscher Meister) und Sieger der IGC World League (Weltmeister). Großer Flugtag. Fluglager in Langenselbold.
2009 Das Ereignis in Hessen "Hessentag" mit FFH-Großflugtag und 60000 Besuchern am Platz. Fluglager in Schwandorf in der Oberpfalz. Fluglehrerin und Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft Susanne Schödel wird Segelflug-Weltmeisterin in der 15 Meter-Klasse. Baubeginn einer zusätzlichen Halle. Ausrichtung Hessischer Segelfliegertag. Gernot Schadt wird erster Vorsitzender.
Gerhard Huth, ehemaliges Vorstandsmitglied, verstirbt mit 80 Jahren.
2010 183 Mitglieder. 13.3.2010 Einweihungsfeier der neuen Halle